Ausstellung Ulrike Schieferstein im „La Casa“

Die Malerin Ulrike Schieferstein stellte in der Zeit vom 07. Oktober bis 10. November 2017 im „La Casa“ im Wodantal in Hattingen aus. Ihr erinnert Euch? Das ist jene Malerin, die mir auch ein Portrait der Jolanda spendiert hat für mein künftiges Buch.

Mit einem repräsentativen Querschnitt präsentierte Zoran Rados ab dem 7. Oktober 2017 – und für einige Wochen – Ulrike Schieferstein in seinem „Ristorante La Casa“. Dieses Restaurant ist so etwas wie ein Geheimtipp: Ein abwechslungsreiches Ambiente lässt es nicht langweilig werden, auch wenn man wiederholt dort einkehrt. Stets gleich ist die herzliche Gastfreundschaft, mit der man dort empfangen wird.

Wer auf eine Tasse Kaffee zu La Casa möchte, an einem Samstag oder Sonntag nachmittag, kann das gewiss auch spontan tun. Aber für die Abendküche (Mo – So) empfiehlt es sich, einen Tisch vorzubestellen.

Ulrike Schieferstein malt Jolanda

Die Langenberger Malerin Ulrike Schieferstein hat Jolanda ein Gesicht gegeben. Jolanda ist eine Figur aus meinem Debüt-Roman, den ich in Kürze veröffentlichen werde.

Natürlich wollte Ulrike Schieferstein dieser so wichtigen Protagonistin ein Gesicht geben, das ich von ihr vor Augen haben würde. – Was doch auch möglich sein müsse! Hatte ich mich doch nun lang genug und intensiv genug mit ihr auseinandergesetzt. – Jedoch: Ich konnte das Gesicht der Jolanda gar nicht beschreiben. Sondern ich habe der Malerin ein Kapitel vorab zu lesen gegeben, damit sie selbst Wesen und Charakter kennenlernen konnte.

Ulrike Schieferstein mal wieder treffsicher und zugleich reduziert

Und wenn ich sage: Sie hat sie getroffen! – dann geht es mir gar nicht darum, ob ich mir „meine“ Jolanda genau so vorgestellt habe oder hätte… Denn ehrlich gesagt: Ich hatte keine konkrete Vorstellung von ihr, von ihrem Gesicht. Sondern mit dem Schreiben ist die Figur eher als Typ und Charakter entstanden. So hatte ich sie zwar vor Augen… aber kaum mit einem deutlichen Gesicht, das ich hätte beschreiben können. Gewiss, sie ist drahtig, hager und von einer gewissen Wildheit. Aber das bringen schon allein die Lebensumstände mit sich – auf die ich an dieser Stelle nun nicht genauer eingehe. (Lest demnächst selbst!)

Jolanda hat nun doch ein Gesicht…

Der Malerin Ulrike Schieferstein ist es nun also einmal mehr gelungen, frei von überflüssigen Details ein Wesen, einen Charakter und ein Innenleben auf der Leinwand zu bannen. … und erschafft damit doch zugleich auch ein unverkennbares Gesicht.

Ich bin begeistert und freue mich, dieses Gemälde demnächst in meinem Buch der Leserschaft präsentieren zu können. Jetzt schon zu einer etwas größeren (!) Darstellung des Gemäldes geht es hier.

Canon EF 35 mm 1:2 IS USM für Repros

Das Canon EF 35 mm 1:2 IS USM hatte ich schon an anderer Stelle wegen seiner optischen Qualitäten gelobt. Am Crop-Sensor etwa ein Normalobjektiv, habe ich es sogar für Repros genutzt – und meine wahre Freude daran gefunden.

Dabei kann man mit diesem Objektiv wirklich nicht prahlen. Die Anfangsöffnung von 1:2 wird für ein „Normalobjektiv“ eher belächelt: Als „Leistungsmerkmal“ eines Normalobjektivs von vor 70 Jahren. Oder so. Die bemerkenswerte Schärfeleistung aber, und ebenso die sehr gute Korrektur von Abbildungsfehlern spricht eine andere Sprache. Da lohnt es sich wirklich, dieses Objektiv mit einem Vollformat-Äquivalent von 56 mm gerne in Betracht zu ziehen.

Mehr über dieses Objektiv könnte ihr hier lesen.

Canon EF 35 mm 1:2 IS USM bestechend gut für Reproduktionen:

Die Lichtverhältnisse stellten kaum ein Problem dar. Mit zwei Yongnuo 560 III, bequem und in unterschiedlicher Anpassung über Funkauslöser angesteuert, indirekt gegen Weiß eingesetzt. So war die Lichtfrage überraschend schnell bewältigt. Bei beengten räumlichen Verhältnisse drohten die Repros dann schon eher an den Aufnahmedistanzen zu scheitern. Da war ich bei Großformaten von bis zu 100 x 120 cm froh, mit dem Canon EF 35 mm 1:2 IS USM ein hochwertiges „Normalobjektiv“ zu meiner Ausrüstung zählen zu können.

Die Canon 7D hat sich hier gemeinsam mit dem Canon EF 35 mm 1:2 IS USM wirklich prima geschlagen. Das Objektiv hat mich durchweg voll und ganz überzeugt mit einer Blende von meistens f/5.0. Die Linse besticht in stiller Bescheidenheit mit Schärfe und Kontrastreichtum – und benimmt sich überzeugend farbneutral, wo die Malerin ihre Werke nicht gern durch das technische Material in den Repros neu interpretiert gesehen hätte.

Ulrike Schieferstein: Malerin besticht durch authentischen Ausdruck

„Eleganz“, Ulrike Schieferstein

An einem Tage im Sommer 2016, mit beinahe dem kompletten Equipement im Rucksack, war ich aus Essen zurückgekommen. Da lief mir zufällig die Langenberger Malerin Ulrike Schieferstein gleichsam quer in den Weg. Aber ich hatte Zeit. Es kam mir überhaupt nicht quer. Und was sie an Kunst erschafft, muss man gesehen haben. Ulrike Schieferstein lässt Herzblut auf die Leinwand fließen. Und das mit einer zügigen und sicheren Pinselführung, ohne sich in Details zu verlieren. Man spürt, dass da erlebte Visionen von innen nach außen wachsen – und in Öl auf Leinwand den angemessenen Ausdruck beanspruchen.

 „Blütenkelch“, Ulrike Schieferstein

Dabei ist die Malerin Ulrike Schieferstein nicht nur mit ihren Menschenbildern ausdruckssicher. Auch mit ihren abstrakten Motiven versteht sie zu treffen und anzurühren. – Schaut mal auf ihre Website, um noch ein paar mehr Eindrücke mitzunehmen.

Mit der „großen Kunst“ gespielt: Wandlungen

Wo Manolito Pepito Panadero sich gern mit kleinen Seitenhieben auf die Gegenwartskunst begnügt, da hat er sich mit „Wandlungen“ einen der ganz Großen vorgeknöpft. So scheint es – und meint in Wahrheit doch allein den Betrachter! Gerhard Richter weiß Panadero sehr wohl zu schätzen und zu achten.

Das Spiel mit Gerhard Richter wird zum Spiel mit dem Publikum:

Mit seinen „Wandlungen“ tritt Panadero nicht namentlich auf, sondern tritt hinter dem großen Namen Richter’s vollkommen zurück.

Gerhard Richter hatte 1973/74 seine Reihe „Permutationen 1-1024“ erstellt, von denen Manolito Pepito Panadero die ersten beiden Werke mit 2 x 2 und 4 x 4 Farbfeldern ausgetauscht hat gegen eigene Neuentwürfe, die bewusst allein in pastelligen Abtönungen gehalten sind. Panadero hat hier keineswegs die Absicht, Gerhard Richter aufs Korn zu nehmen, sondern den Betrachter will er narren oder prüfen: Wie genau schaut der Betrachter hin? Und wie genau kennen selbst Kenner der Szene denn „ihren“ Richter?

   das Original

   Panadero’s „Modifikation“

Zwar hat auch Gerhard Richter mit ähnlichen oder gar gleichen Farben gearbeitet, tut dies aber ausgewogen im Zusammenspiel mit Volltönen in perfekter Streuung. Vor allem jedoch: Seine „Permutationen“ starten mit den 4 Volltönen Gelb, Rot, Blau und Grün.

Nicht so bei Panadero – der gerade hier schon Richter’s Konzept konterkariert! Und – ich mag es kaum erwähnen – sogar beim Kontrollgang aus der Abteilung der Restaurierung unentdeckt blieb!

So sehr Panadero einerseits damit gerechnet hatte, nicht aufgedeckt zu werden, so sehr war er am Ende aber doch überrascht, dass wahrhaftig niemand von allein darauf kam oder von allein wenigstens einmal stutzte. Auch jene nicht, die Richter’s Werk sehr wohl kennen. Sondern, mit der Nase geradezu darauf gestoßen oder gar endlich ganz konkret darauf angesprochen, staunten die Besucher über sich selbst:

Was ist da eigentlich ausschlaggebend, wo man auf – vermeintlich – Bekanntes stößt und zugleich das Befremdliche daran gar nicht bemerkt: die Vertrautheit – oder doch die Flüchtigkeit?

LebenLesen – Die zwei Seiten des Lesens

Vom 31.08.–21.09.2005, im Rahmen der „Aachener Literaturtage 2005„, fand eine Ausstellung des Aachener Autors und Regisseurs Wolfgang Vincke im Ludwig-Forum in Aachen – „Lebenlesen“ – statt. Angeregt durch dieses Projekt hatte ich dereinst eine Skulptur zu jener Ausstellung beigetragen.

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Die Ausstellung umfasste eine Auswahl aus insgesamt über 100 Werken unterschiedlichster Personen und Künstler, die jeweils ihre Sicht und Idee zu diesem Stichwort beigetragen hatten. Dafür hatte Wolfgang Vincke damals bereits über 10 Jahre gesammelt und Außenstehende angeregt, ihre Idee zum Stichwort zu skulpturieren, zu collagieren, zu malen, zu zeichnen.

Mein Werk habe ich untertitelt mit „Die zwei Seiten des Lesens“.

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Trotz der Reduktion der rechten Gesichtshälfte auf Auge, Nase und Mund bleibt diese als Gesicht deutlich erkennbar – und zeigt ein freundliches, auch amüsiertes Gesicht.

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Die linke Gesichtshälfte ist noch stärker reduziert – und braucht erst einmal zwei, drei Blicke und Momente, um sich zu offenbaren: Ein zugekniffenes Auge, ein zu einem gellenden Schrei aufgerissener Mund, der tief aus den Buchseiten hervorstößt.

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Außer Proportion stülpt sich das bloße Hirn über jenes namenlose Buch. Dieses Bündel bedruckter Seiten, von denen wir nicht wissen, was sie uns zu erzählen hätten. Darum auch geht es nicht, was konkret diese Seiten verbergen könnten. Denn eines wird nun deutlich: Skulpturiert wird hier die Auseinandersetzung mit „Buch“, mit dem Inhalt. Was nicht einmal identisch sein muss mit Botschaft und Absicht eines Autors. Was unterhaltsam sein kann, amüsant, lehrreich… aber auch schmerzhaft.

An einer Seite fließt das Hirn zu einem Tropfen zusammen und perlt ab. – Lesen macht etwas mit uns. Lesen mag uns nicht grundlegend ändern. Aber lesen beeinflusst uns. Lesen lenkt, wem lesen nicht ein bloßer Zeitvertreib ist.

LebenLesen-Skulptur#GerhardOchsenfeld