Ent-Wicklungen – Plädoyer für eine Politik des Umbruchs

Dieses Buch hatte dereinst, 1998 bis 2000, keine Verlagsakzeptanz gefunden. Natürlich ist es ungehörig für einen, der weder in Politik noch der Wirtschaft noch den entsprechenden Wissenschaften einen Namen hat, sich in Politik und Gesellschaft einzumischen. Nicht ganz unerwartet war mein Buch „Ent-Wicklungen – Plädoyer für eine Politik des Umbruchs“ der Öffentlichkeit ebenfalls kaum aufgefallen, als ich es hier bei „Books on Demand“ publiziert hatte. Ich lasse nun aber einige auszugsweise Veröffentlichungen auf meiner Website folgen.

Anfangen möchte ich mit dem Vorwort zu meiner Publikation bei „Books on Demand“, als ich es im April 2008 veröffentlichte – also zehn Jahre nach Fertigstellung.

Nein, anfangen möchte ich mit einer Kurzdarstellung meines Buches. Damit Ihr überhaupt wisst, worum es geht.

Eine Zukunfts-Fiktion für einen kritischen Blick zurück auf die Gegenwart

Ich hatte „Ent-Wicklungen – Plädoyer für eine Politik des Umbruchs“ geschrieben als Rückblick auf die Gegenwart und jüngste Vergangenheit. Ein Vorgriff in das Jahr 2019. Ich hatte also 21 Jahre zurückgeschaut – ein Zeitraum, der einem Menschen in Deutschland die so genannte Großjährigkeit einbringt. Und so lange währt es ja auch noch gar nicht, dass man mit 18 Jahren als volljährig gilt. 2019, ein Jahr auch, das uns nun, Juli 2017, nur noch anderthalb Jahren bevorsteht. – Viel ist passiert, seit ich das Buch fertiggestellt hatte… und auch wieder gar nicht so viel.

Die Publikation im April 2008 stand durchaus auch vor dem Hintergrund der Wirtschaftsentwicklungen jener Zeit: 2000 war die Internet-Blase an den Börsen geplatzt; seit Ende 2006 spitzte sich, insbesondere in den USA, der Immobilien-Markt zu; am 15. September 2008 kollabierte die Investment-Bank „Lehman Brothers“ – und in nur wenigen Wochen schlugen die Auswirkungen weltweit und auf alle Wirtschaftsbereiche durch. Die Politik schaute sogar tatenlos zu, als in vielen Ländern der Erde die Lebensmittelversorgung unter Druck geriet, weil der Handel mit Lebensmitteln an den Börsen zum gewinnträchtigen Betätigungsfeld wurde.

Nicht aus der Perspektive der Zukunft geschrieben ist Teil 1 des Buches, „Wider die politischen Traditionen“, der politische und gesellschaftliche Reflexionen enthält.


Hier geht’s zum Buchauszug „Über die Notwendigkeit des gesellschaftlichen Wandels


„Vorwort zu „späten Wiederbelebung“ dieses Buches

1998 bis 2000 waren meine unterschiedlichsten Bemühungen, das hier vorliegende Buch bei einem Verlag zu platzieren, gescheitert. Die Möglichkeiten für Publikationen „on demand“, die mir dereinst bekannt waren, hätten ihrerseits Vorleistungen von mir verlangt, denen ich zum fraglichen Zeitpunkt nicht gewachsen war. Und so ging das Buch vorerst sang- und klanglos unter – im Laufe der Zeit und im Laufe einiger politischer Entwicklungen, die mich zu überholen oder ad absurdum zu führen schienen.
Sowohl Zeitlauf als auch zum Teil in andere Richtungen verlaufende politische Entscheidungen als auch zum Teil fatal reaktionäre politische Tendenzentwicklungen lassen einige meiner Darstellungen auf den ersten Blick hoffnungslos absurd, utopisch oder träumerisch erscheinen.

Aber…
Zehn Jahre sind vergangen. Und eigentlich hat sich viel bewegt aber kaum etwas verändert in Europa.
Es will am Ende so erscheinen, als hätte sich in der Wirtschaft eine Lobby breitgemacht, die kostengünstig alle verfügbaren alten Technologien bis zum Letzten ausschöpfen will, die „Tafelsilber“ verkauft, um Bilanzen zu schönen und Ausschüttungen an Aktionäre zu maximieren, die die Investitionen in Forschung und Entwicklung – also in die Zukunft – weiter zurücknimmt. Und es zeigt sich in berechenbaren Wellenbewegungen, dass Politiker die Stimmungen in der Bevölkerung beobachten, um dann mit rechtzeitigen Wahlgeschenken hier, mit reaktionären Handlungsmustern dort den befürchteten Volkszorn zu deckeln, schließlich aber jede neue Bestimmung mit der Wirtschaft so abstimmt, dass die Lobby ungerührt ihre Interessen verfolgen kann.
… und wenn die Zitrone ausgepresst ist, dann machen diese Herrschaften sogar mit der trockenen Schale noch ihr Geschäft, während wiederum die Basis die Zeche zahlt.
Die teils grundsätzlichen, teils nur metaphorischen, kritischen Denkansätze bekommen ihre nachhaltige Gültigkeit von der realen Politik noch unterstrichen. Meine Darlegungen zeigen sich aktueller denn je.

Deshalb bringe ich mein Buch nun, zehn Jahre nach Fertigstellung, trotzdem an die Öffentlichkeit.
Gerhard Ochsenfeld, im April 2008